Die neue Ladesäulenverordnung und was sie für den Ladebetrieb bedeutet

Die zweite Novelle der Ladesäulenverordnung wurde am 10. November 2021 im Bundesanzeiger veröffentlicht und trat mit 1. Januar 2022 in Kraft. Konkret setz die Bundesregierung mit der Änderung der Ladesäulenverordnung (LSV) die Richtlinien aus dem Masterplan Ladeinfrastruktur und der Konzertierten Aktion Mobilität um.

Damit sendet die Bundesregierung weiterhin kräftige Signale in Richtung Verkehrswende und die Elektrifizierung des Straßenverkehrs. Die Elektromobilität gilt als ein wichtiger Bestandteil für das Erreichen der Klimaziele 2030. Dafür bedarf es deutschlandweit einer nutzerfreundlichen, sicheren und vor allem einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur. Fahrer von Elektroautos sollen ihr Fahrzeug überall und zu jeder Zeit verlässlich laden können. Das Laden soll in Deutschland also einfacher und transparenter werden, die neue Verordnung bringt aber noch weitere Neuerung mit sich.

Welche Neuerungen bringt die Novellierung der Ladesäulenverordnung?

Im Wesentlichen möchte der Gesetzgeber bundesweit das einheitliche Laden von Elektrofahrzeugen ermöglichen. Gleichzeitig sollen Ladesäulen einen einfacheren Zugang ermöglichen. Dafür setzt die neue Ladesäulenverordnung folgende Punkte um:

 

  • Neue Ladepunkte für Elektrofahrzeuge müssen ab 1. Juli 2023 über eine standardisierte Schnittstelle verfügen, die das Übermitteln des Standorts sowie von Daten zu Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit ermöglichen. Außerdem sollen darüber auch problemlos Abrechnungs- und Autorisierungsdaten ausgetauscht werden können, um das Roaming zwischen unterschiedlichen Ladeplattformen zu vereinfachen.
  • Öffentliche Ladepunkte müssen mit einem Kartenlesegerät samt PIN-Pad ausgestattet sein und damit mindestens das bargeldloses Zahlen über ein gängiges Debit- oder Kreditkartensystem kontaktlos ermöglichen. Andere Zahlungsarten via App oder QR-Code sind weiterhin zusätzlich erlaubt.
  • Normalladepunkte (AC) müssen nicht mehr zwingend über eine Steckdose verfügen, ein fest angebrachtes Ladekabel ist bereits ausreichend.
  • Die neue Ladesäulenverordnung findet nun ebenfalls bei Nutzfahrzeugen Anwendung.
  • Geänderte Anzeigepflicht: Neue öffentlich zugängliche Ladepunkte müssen der Bundesnetzagentur elektronisch spätestens zwei Wochen nach Inbetriebnahme mitgeteilt werden anstatt wie bisher vier Wochen vor Errichtung.

Zum Thema Zahlungsmöglichkeit mit Debit- und Kreditkarte und PIN-Pad:

Laut der Ladesäulenverordnung können mehrere Ladepunkte über ein gemeinsam genutztes Zahlungsterminal mit Kartenlesegerät verfügen (stand alone payment solution).

Da das kontaktlose Zahlen mit physischer Debit- oder Kreditkarte eine Authentifizierung voraussetzt, müssen Ladestationen oder Zahlungsterminals mit einem PIN-Pad ausgestattet sein, damit mittels PIN-Eingabe Zahlungen freigegeben werden können.

Welche Vorteile bringt einheitliches Laden?

Ganz klar, standardisierte Schnittstellen an Ladesäulen werden in Zukunft dafür sorgen, dass alle Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos in Deutschland den gleichen Zugriff auf E-Tankstellen haben werden. Damit können unabhängig von App oder des benutzten Ladenetzwerkes Standorte, Verfügbarkeiten und Funktionsfähigkeit von Ladepunkten deutschlandweit eingesehen werden. Dies schafft einen übersichtlichen und transparenten Markt, davon können schlussendlich Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren. 

Ab wann gilt die neue Ladesäulenverordnung?

Die neue Ladesäulenverordnung trat mit 1. Januar 2022 in Kraft. Ab 1. Juli 2023 müssen alle neuen Ladepunkte den neuen Anforderungen bezüglich Datenübermittlung und Zahlungsmöglichkeiten entsprechen. Bestehende Ladesäulen sind davon nicht betroffen und müssen auch nicht nachgerüstet werden.

Kritikpunkte

Da die neue Ladesäulenverordnung das Nachrüsten von Ladesäulen, die vor dem 1. Juli 2023 in Betrieb gehen, nicht vorsieht, werden auch nach diesem Termin weiterhin Ladestationen ohne Kartenlesegerät und Möglichkeit zum Datenaustausch in Gebrauch sein. Für die nächsten Jahre wird in Deutschland also weiterhin ein Fleckenteppich aus unterschiedlichen Ladenetzwerken bestehen. Für so manche Fahrer und Fahrerinnen von E-Autos kann es also noch zu Überraschungen kommen, sollte an einem Ladepunkt die bargeldlose Bezahlung doch nicht möglich sein. 

Kritik kommt auch an der Pflicht eines PIN-Pads. Da Ladebeträge oftmals keine 10 Euro ausmachen und somit weit unter das Zahlungslimit fallen, das eine PIN-Eingabe erfordert, sei eine PIN-Pad-Pflicht schlichtweg überflüssig. Außerdem verteuern Zahlungsterminals den Ausbau der Ladeinfrastruktur nur unnötig, heißt es. Ob Ladestationen wie bereits in anderen Bereichen geschehen, von der SCA (Strong Customer Authentication) befreit werden, bleibt abzuwarten.

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Links:

Bundesregierung

Verordnung auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

 

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