NRW: Neue Förderung für Ladestationen – schneller und einfacher
Mit dem Förderprogramm progres.nrw – Emissionsarme Mobilität unterstützt das Land NRW den Ausbau von Ladeinfrastruktur für Unternehmen, Kommunen sowie Vermietende, Mietende und Wohnungseigentümergemeinschaften. Das Programm soll Auszahlungen unbürokratischer und schneller gestalten.
Gefördert wird jede stationäre, fabrikneue und steuerbare Wallbox und Ladesäule, unabhängig vom Modell. Förderanträge können im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel bis zum Programmende am 30. Juni 2027 gestellt werden. Damit Anträge schneller bewilligt werden können, erhalten die Förderprogramme schrittweise ein automatisiertes Prüfverfahren.
Update: Die Bezirksregierung Arnsberg hat eine konsolidierte Förderrichtlinie mit Stand 5. August 2026 veröffentlicht. Wichtige Punkte:
- Schnellladeinfrastruktur für gewerbliche und kommunale Nutzfahrzeuge wird mit bis zu 30 %, maximal 30.000 Euro pro Ladepunkt gefördert. Antragsberechtigt sind nur KMU und Kommunen.
- Für Ladeinfrastruktur an Garagen- und Stellplatzkomplexen ist die Antragstellung derzeit ausgesetzt. Eine Förderung der Grundinstallation ist nur noch möglich, wenn bereits ein Antrag auf Ladeinfrastruktur gestellt wurde.
Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur
Antragsberechtigte:
- Natürliche Personen als freiberuflich Tätige und Einzelunternehmen
- Personengesellschaften
- Juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts
Förderhöhe:
| Fördergegenstand | Förderanteil | Max. Förderhöhe |
| Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur inkl. Netzanschluss | 20 % der Ausgaben | 1.500 Euro pro Ladepunkt |
Ein Antrag ist nicht möglich, wenn für dasselbe Vorhaben noch ein anderes NRW-Förderprogramm für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur beantragt werden kann.
Nicht öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur
Antragsberechtigte:
- Natürliche Personen als freiberuflich Tätige und Einzelunternehmen
- Personengesellschaften
- Juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts
- Natürliche Personen mit Eigentum in Garagen- und Stellplatzkomplexen, als Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft und als Vermietende oder Mietende von Wohnimmobilien
- Gemeinden, Gemeindeverbände und Zweckverbände sowie kommunale Betriebe ohne wirtschaftliche Tätigkeit (nur für Mitarbeiterladen, Schnellladen und kommunale Ladeinfrastruktur)
Förderhöhe:
| Fördergegenstand | Förderanteil | Max. Förderhöhe |
| An Mietgebäuden (mind. zwei Wohneinheiten, max. fünf Stellplätze) und an Wohnungseigentumsanlagen | 40 % der Ausgaben* | 1.500 Euro pro Ladepunkt |
| Mitarbeiterladen | 40 % der Ausgaben* | 1.500 Euro pro Ladepunkt |
| Schnellladeinfrastruktur ab 50 kW für gewerblich genutzte und kommunale Nutzfahrzeuge (nur KMU und Kommunen) | 30 % der Ausgaben | 30.000 Euro pro Ladepunkt |
| Ambulante soziale Dienste | Festbetrag | 1.500 Euro pro Ladepunkt |
| Kommunen (Ladepunkte unter 50 kW) | Festbetrag, max. in Höhe der Ausgaben | 1.500 Euro pro Ladepunkt |
*Bei großen Unternehmen beträgt die Förderhöhe maximal 20 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Grundinstallation an Garagen- und Stellplatzkomplexen
| Fördergegenstand | Förderanteil | Max. Förderhöhe |
| Grundinstallation inkl. Netzanschluss | 20 % der Ausgaben | 50.000 Euro pro Komplex |
Voraussetzungen:
- Mindestens zehn Stellplätze für Mietende von Wohngebäuden oder an Wohnungseigentumsanlagen
- Alter der Garage/Stellplätze mindestens zwei Jahre
- Mindestens ein geförderter, nicht öffentlich zugänglicher Ladepunkt mit 11 kW. Der Antrag auf Ladeinfrastruktur ist daher Pflicht.
- Hinweis: Die Antragstellung für die Ladeinfrastruktur selbst ist derzeit ausgesetzt. Eine Grundinstallation kann nur beantragen, wer bereits einen Antrag auf Ladeinfrastruktur gestellt hat.
Generelle Bedingungen
Was wird gefördert?
- Ladestation oder Wallbox, angeschlagenes Kabel, Leistungselektronik, Authentifizierungs- und Bezahlsysteme
- Lastmanagement
- Energiemanagementsysteme
- Kommunikationssysteme
- Tiefbau, Fundament, Wiederherstellung der Oberfläche
- Montage und Inbetriebnahme
- Neuer Netzanschluss oder Ertüchtigung eines bestehenden Netzanschlusses
- Strominfrastruktur bis zum Stellplatz inklusive Stromzähler und Sicherungselemente
- Bei Schnellladeinfrastruktur: Batteriespeicher, wenn sie die benötigte Netzanschlussleistung senken
Voraussetzungen
- Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien (nachweislich durch Grünstrom-Liefervertrag), oder
- vor Ort erzeugter Strom aus einer Erneuerbare-Energien-Anlage, beispielsweise einer Photovoltaik-Anlage mit mindestens 2 kW pro Ladepunkt (unter 50 kW) bzw. 0,2 kW je kW Ladeleistung (ab 50 kW)
- Stationäre, fabrikneue Ladeinfrastruktur
- Errichtung und Installation durch Fachunternehmen
- Ladestationen müssen intelligent sein, also mit Backend ausgestattet und steuerbar sein
- Kein vorzeitiger Maßnahmenbeginn: Aufträge dürfen erst nach der Entscheidung über den Antrag vergeben werden
- Mindestzuwendung von 500 Euro (Bagatellgrenze), höchstens 500.000 Euro pro Kalenderjahr und Antragsteller
Zusätzlich bei öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur:
- Zugänglichkeit 24/7 oder mindestens für 12 Stunden an fünf Tagen pro Woche
- Anbindung an ein IT-Backend über einen aktuellen offenen Standard
- Kennzeichnung der Stellplätze mit weißem Elektroauto-Symbol
- Öffentliche Ladeinfrastruktur muss im Einklang mit der Ladesäulenverordnung sein
Die Schritte bis zur Förderung
Kostenvoranschlag bzw. Angebot für das geplante Projekt einholen und gemeinsam mit dem ausgefüllten Antrag online einreichen. Die Anmeldung erfolgt über BundID (Privatpersonen) oder „Mein Unternehmenskonto“ (Unternehmen).
Nach Erhalt des Zuwendungsbescheids das Projekt beauftragen. Nach Inbetriebnahme der Ladeinfrastruktur Verwendungsnachweis und Auszahlungsantrag online einreichen.
Nach positiver Prüfung wird die Zuwendung ausbezahlt.
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Angaben unterliegen Änderungen und Fördertöpfe können ohne Ankündigung bereits ausgeschöpft sein. Diese Angaben sind ohne Gewähr.
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