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Die Zukunft der Elektromobilität - Die Prognosen der IEA

Die IEA (International Energy Agency) mit Sitz in Paris wurde als Reaktion auf die Ölkrise gegründet. Ursprünglich als Instanz zur Überwindung von Ölengpässen gedacht, dient die IEA mittlerweile als unabhängige Quelle für Statistiken und Zahlen über die gesamte Bandbreite des Energiesektors, so auch über die Zukunft der Elektromobilität in ihrem jährlichen Global EV Outlook.

2022 war wie schon 2021 ein Rekordjahr für den Verkauf von batteriebetriebenen Fahrzeugen. Obwohl im Jahr 2022 insgesamt 3 % weniger Fahrzeuge verkauft wurden, verzeichneten E-Autos weiterhin ein außerordentliches Wachstum. Das 1. Quartal 2023 bleibt mit weltweit über 2,3 Millionen verkauften E-Autos außerordentlich stark. 

Bis zum Ende von 2023 prognostiziert die IEA insgesamt 14 Millionen neue E-Autos, im Vergleich zu 2022 ist das ein Wachstum von 35 %. Verkäufe sollen insbesondere in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Fahrt gewinnen.  

KENNZahlen für das Jahr 2022

  • Weltweit wurden 2022 über 10 Millionen E-Autos verkauft. Somit werden mittlerweile deutlich mehr E-Autos pro Woche verkauft als noch im ganzen Jahr 2013,  
  • Im 1. Quartal 2023 wurden 25 % mehr Elektroautos verkauft als im selben Vorjahreszeitraum.
  • 14 % aller verkauften Fahrzeuge waren 2022 elektrisch. Prognose für 2023: 18 %. 
  • In Europa, dem zweitgrößten Markt für E-Autos, wurden 2022 15 % mehr E-Autos abgesetzt als im Jahr zuvor. Somit war hier jedes fünfte Neufahrzeug ein E-Auto.
  • Über 26 Millionen E-Autos sind 2022 weltweit auf den Straßen unterwegs – 60 % mehr als in 2021 und fünfmal so viel wie im Jahr 2018.
  • China ist nach wie vor der größte Markt für E-Fahrzeuge, die Hälfte des Bestands ist hier in Betrieb. Gefolgt wird China von Europa und den USA. In Europa ist Deutschland der größte Markt, hier hatte 2022 jeder dritte Neuwagen einen Stecker. 

Zukunft Elektromobilität E-Auto Boom

Kernaussagen

„Die leichte Abschwächung beim Wachstum der Verkaufszahlen in Europa im Vergleich zu vorangehenden Jahren kann als Folge der Boomjahre 2020 und 2021 gesehen werden, als noch ein überproportionales Wachstum beim E-Autos zu verzeichnen war. Trotz steigender Energiepreise und Inflation wird es bei der E-Mobilität in der Europäischen Union zu keiner Bremsung kommen.“

„Der Anteil der E-Autos an den gesamten Autoverkäufen hat sich in Deutschland seit der Pandemie verzehnfacht, was sich zum Teil durch die staatlichen Kaufanreize wie dem Umweltbonus erklären lässt. Die Rekordzahlen von 2022 können auch auf die weitere Reduktion von Kaufprämien zum 1. Januar 2023 zurückgeführt werden.“

Aktuelle Zahlen, Entwicklungen & Prognosen für die Ladeinfrastruktur

IEA: Aktuelle Zahlen und Entwicklungen

Während das Laden zu Hause und am Arbeitsplatz wahrscheinlich den Großteil des Ladebedarfs abdecken wird, spielt öffentliche Ladeinfrastruktur für den Erfolg der E-Mobilität weiterhin eine Schlüsselrolle. Dies gilt insbesondere für dicht-besiedelte, urbane Gebiete, wo die Anbringung von privaten Ladestationen limitiert ist. 

Bis Ende 2022 gab es weltweit 2,7 Millionen öffentliche Ladepunkte und davon wurden 900.000 allein in 2022 installiert. Das bedeutet ein Zuwachs von 55 % im Vergleich zum Bestand von 2021.

Zwei Drittel dieser neuen Ladepunkte sind Normalladepunkte bis 22 kW und über die Hälfte davon gingen in der Volksrepublik China ans Netz. Europa liegt mit 460.000 Ladepunkten an zweiter Stelle mit einer jährlichen Zuwachsrate von 50 %. Deutschland belegt mit 64.000 Normalladepunkten nach den Niederlanden (117.000) und Frankreich (74.000) hier den dritten Rang.  

Auf was Schnellladestationen angeht, liegt China unangefochten an der Spitze - immerhin kommt das Wachstum im letzten Jahr in diesem Segment zu 90 % aus dem Reich der Mitte. Deutschland liegt mit über 12.000 Schnellladepunkten weit abgeschlagen auf dem zweiten Rang, noch vor Norwegen und Frankreich. 

Interessant auch die Daten zum Energieverbrauch der E-Mobilität: Weltweit haben E-Autos in 2022 rund 110 TWh Energie konsumiert. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass E-Autos rund 700.000 Barrel Öl pro Tag ersetzt und damit etwa 80 Mt Treibhausgas-Emissionen eingespart haben.

Das gegenwärtige Wachstum beim Ausbau der Ladeinfrastruktur hält längst nicht mehr mit den Absatzzahlen von E-Autos Schritt. Hier werden besondere Anstrengungen benötigt, um den Markthochlauf der E-Mobilität abzusichern. 

Das Laden zu Hause und am Arbeitsplatz wird wahrscheinlich einen Großteil der Gesamtnachfrage decken, aber die Zahl der öffentlichen Ladestationen muss sich noch verneunfachen und im Jahr 2030 weltweit mehr als 15 Mio. Einheiten erreichen, um eine angemessene und bequeme Abdeckung bieten zu können.

Um den Aufschwung nicht EU möchte die Ausbau vorantreiben und hat mit der Verordnung über den Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) Anforderungen an die Abdeckung für ein transeuropäisches Ladenetz festgelegt. 

Zukunft Elektromobilität und Ladeinfrastruktur für E-Autos

Prognosen der IEA

Der weltweite Marktwert von Strom für das Aufladen von E-Fahrzeugen wird der IEA zufolge um das 20-Fache wachsen und bis 2030 etwa 190 Milliarden USD erreichen, was etwa einem Zehntel des heutigen Marktwerts von Diesel und Benzin entspricht. 

Für die Prognosen der Entwicklung der Ladeinfrastruktur stellt die IEA verschiedene Szenarien bereit, welche im letzten Abschnitt genauer erläutert werden.

Im STEPS-Szenario wächst die weltweit installierte Ladeleistung bis 2030 auf 1,9 TW an, was eine Verneunfachung darstellt. Im APS-Szenario übersteigt diese 2 TW. Dabei erfährt die Gesamtleistung der Schnellladestationen das schnellste Wachstum, diese wird sich laut APS bis 2030 verfünfzehnfachen, obwohl es nur fünfmal so viele Schnellladepunkte geben wird.

In Europa wird sich die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte bis 2030 auf 2,4 Millionen erhöhen, wobei die Mehrheit davon (80 %) in der EU angeschlossen werden.

E-Trucks und E-Busse

Elektromobilität Zukunft E-Trucks 

In Bezug auf elektrische Nutzfahrzeuge und Busse spielt Europa weiterhin eine relativ kleine Rolle. Entwicklung und Umsetzung konzentrieren sich hauptsächlich im chinesischen Markt, wo nach wie vor 85 % der Verkäufe stattfinden. In Europa wurden 2022 nur 2.000 E-Lkw zugelassen, was einem Anteil von 1 % entspricht. Bei der Fahrzeugentwicklung fand eine Trendumkehr von E-Bussen hin zu E-Trucks statt, hier kamen rund 200 neue Modelle auf den Markt. Dabei findet die Batterieproduktion weiterhin fast ausschließlich in China statt. 

Hervorzuheben sind hier die Bemühungen der Politik, die Emissionen von Lkw deutlich zu reduzieren. Laut Plänen der EU-Kommission sollen die Emissionen in diesem Bereich bis 2030 um 45 % und bis 2040 um 90% geringer sein als im Jahr 2019. Der Vorschlag sieht ebenfalls vor, dass alle Stadtbusse bis 2030 emissionsfrei unterwegs sind.

SUV und ihre Marktdominanz 

Eine große Problematik für die globalen Automobilmärkte - sowohl für Elektroautos als auch für Verbrennungsmotoren - ist die überwiegende Präsenz von SUV und großen Fahrzeugen bei den verfügbaren Modellen. Mit SUV lassen sich höhere Gewinnmargen erzielen, die wiederum höhere Entwicklungskosten abdecken sollen. 

Größere Modelle haben auch Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit und Lieferketten, da die in ihnen verbauten Batterien größer sind und mehr seltene Erden beanspruchen. Im Jahr 2022 lag die durchschnittliche Batteriegröße kleiner Elektroautos bei 25 kWh in China und 35 kWh in Europa und bei etwa 60 kWh in den USA.

In Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich war das Durchschnittsgewicht eines elektrischen SUV im Jahr 2022 rund 1,5 Mal höher als jenes eines elektrischen Kleinwagens. Das führt nicht nur zu einem höheren Bedarf an Stahl, Aluminium und Kunststoff. Da die Batterie in einem SUV in der Regel doppelt so groß ist, führt dies zu einem 75 % höheren Bedarf an seltenen Erden. Die CO2-Emissionen im Zusammenhang mit der Materialverarbeitung, Herstellung und Montage sind schätzungsweise sogar um mehr als 70 % höher.

Neue Märkte

China, Europa und die USA sind die größten Märkte für E-.Autos und machen im Jahr 2022 zusammen rund 95 % aller Verkäufe aus. 

Nichtsdestotrotz vollzog sich in 2022 in Indien, Thailand und Indonesien ein regelrechter Boom. Zusammengefasst hat sich der Absatz von E-Autos in diesen Ländern im Vergleich zu 2021 mehr als verdreifacht und erreichte fast 80.000 Stück. Im Jahr 2022 waren die Verkäufe somit insgesamt siebenmal höher als 2019 – vor der Covid-19-Pandemie.

Die 3 Szenarien der IEA

Stated Policies Scenario (STEPS)

Das Stated Policies Scenario (STEPS) spiegelt bestehende Programme und Maßnahmen sowie politische Ambitionen und Ziele wider, die von Regierungen auf der ganzen Welt im Zusammenhang mit der E-Mobilität und E-Autos bereits festgelegt wurden. 

Dieses Szenario soll den politischen Entscheidungsträgern einen Spiegel vorhalten und zeigen, welche Auswirkungen aktuelle Maßnahmen für die Zukunft haben. Von den drei Szenarien der IEA ist dieses somit auch das mit den wenigsten Ambitionen. 

Announced Pledges Scenario (APS)

Das Announced Pledges Scenario (APS) bezieht sich auf bestehende klimapolitische Zugeständnisse und Entscheidungen und geht davon aus, dass alle Ziele und Ambitionen erreicht werden. Und das, obwohl viele Ankündigungen in zahlreichen Ländern noch nicht in nationales Recht umgesetzt wurden, wie beispielsweise das Versprechen der COP 26 Deklaration, den Übergang hin zu emissionsfreien Fahrzeugen zu beschleunigen.

Im Unterschied zum STEPS werden im APS somit auch politische Maßnahmen und Rahmenbedingungen mit berücksichtigt, welche noch nicht festgelegt wurden. 

APS prognostiziert, dass 30 % aller verkauften Fahrzeuge im Jahr 2030 elektrisch sein werden. Entwickelt sich die E-Mobilität weiterhin wie von Regierungen und Entscheidungsträgern geplant, werden laut APS bis 2025 täglich 1,6 Mio. Barrel Öl eingespart und bis 2030 sogar 4,6 Mio. am Tag.

Net Zero Emissions by 2050 Scenario (NZE)

Das Net Zero Scenario (NZE) definiert sich durch die recht konkreten Ziele für den Energiesektor, bis 2050 Net Zero CO2 Emissionen zu erreichen und den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 C zu limitieren. Im Vergleich zum APS wird im NZE die „Ambitionslücke“ betont, die geschlossen werden muss, um die Ziele des Pariser Abkommens von 2015 zu erreichen.

Um das Ziel des NZE-Szenarios zu erreichen, müsste der Anteil der Elektroautos bis 2030 allerdings schon bei 60 % liegen. Damit is dieses Szenario das optimistischste der drei.

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