In a Nutshell

IN DIESER ÜBERSICHT LIEFERN WIR DIE NEUESTEN FAKTEN, ZAHLEN UND DATEN ÜBER DIE ELEKTROMOBILITÄT IN DEUTSCHLAND SOWIE DAS PROGNOSTIZIERTE WACHSTUM FÜR 2022 & DARÜBER HINAUS 👇

Der weltweite Marktanteil von Elektrofahrzeugen (EV) hat in den letzten zehn Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht – ein Trend, der sich exponentiell fortsetzen wird. Elektroautos sollen eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung des ehrgeizigen Ziels der Emissionsfreiheit bis 2050 spielen. Die Wachstumsraten der E-Mobility-Branche sind schon jetzt enorm. Alle Prognosen der Elektroautoindustrie deuten dabei darauf hin, dass dies erst der Anfang ist.

1. Marktentwicklung weltweit und in Deutschland 

Weltweit gesehen, lag die Zahl der Elektrofahrzeuge im Jahr 2019 nur um neun Prozent höher als 2018 – eine deutliche Abweichung von den Wachstumsraten der vorangegangenen sechs Jahre, die zwischen 46 und 69 Prozent lagen. Wesentlicher Grund dafür ist ein Rückgang der Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte 2019 in den beiden größten Märkten China und USA. Doch trotz des stagnierenden Wachstums in diesen Regionen wuchsen die weltweiten Verkäufe von Elektroautos weiter, vor allem in Europa, das ein Wachstum von 44 Prozent verzeichnete. Dies lässt sich vor allem auf die von vielen europäischen Regierungen eingeführten Fördermaßnahmen zurückführen.

2020 wurde kein großes Wachstum bei den Neuzulassungen insgesamt verzeichnet. Der Weltmarkt für alle Fahrzeugtypen wurde in diesem Jahr durch den mit der Pandemie verbundenen wirtschaftlichen Abschwung negativ beeinflusst. Auch die Aussichten für den weltweiten Absatz von Elektrofahrzeugen waren Anfang 2020 eher unvorhersehbar.

 

E-Mobilität-Branche nimmt weiter an Fahrt auf

Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass das Jahr dennoch überraschend positiv ausfiel. Die weltweiten Elektroauto-Verkäufe stiegen gegenüber 2019 um 43 Prozent, der weltweite Marktanteil der Elektroautoindustrie stieg 2020 auf einen Rekordwert von 4,6 Prozent. Das Jahr 2021 erwies sich trotz Pandemie erneut als Beschleuniger. Allein in Europa machten reine Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride zwischen Januar und Juni 2021 14 Prozent der gesamten Autoverkäufe aus (gegenüber sieben Prozent in 2020 im gleichen Zeitraum). Bis Ende des Jahres wurden weltweit Verkaufszahlen von 6,4 Millionen Fahrzeugen insgesamt prognostiziert, was einer Steigerung von 98 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

In Deutschland gab es noch 2012 rund 4.500 Elektroautos in Deutschland. Inzwischen ist deren Anzahl explodiert. 2020 wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes mehr als 194.000 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen, zuzüglich weiterer 200.000 Fahrzeuge mit anderen alternativen Antrieben (Plug-in-Hybrid, Gas- oder Wasserstoffantrieb). In 2021 hat sich der Deutsche Elektroauto-Bestand im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge waren am 1. Januar 2022 618.460 Elektro-Pkw in Deutschland zugelassen. Vor einem Jahr waren es noch 309.083 Elektroautos. Allein von Januar bis März 2022 wurden 83.672 Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen. Das aktuelle Ziel der Bundesregierung sind 15 Millionen Elektroautos bis zum Jahr 2030.

DE - Global EV market - Zugelassene E-Autos

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

Anfang April 2022 teilte das Kraftfahrt-Bundesamt die Zulassungszahlen für März 2022 mit. Demnach legten die Neuzulassungszahlen der Elektro-PKW im Berichtsmonat mit 34.474 Einheiten um 14,5 Prozent zu. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Neuzulassungen betrug 14,3 Prozent und lag damit über dem Anteil der Plug-in Hybride, der mit 27.288 Neuzulassungen 11,3 Prozent betrug. Insgesamt wurden einschließlich der Plug-in Hybride 75.713 Hybride neu zugelassen.

Deloitte geht davon aus, dass Fahrzeuge mit alternativen Antrieben die bestehende Verbrennungstechnologie in Deutschland bis 2040 ersetzt haben werden. Langfristig werden also auch Hybridfahrzeuge durch solche mit reinem E-Antrieb substituiert.

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2. Laden von Elektroautos: Entwicklung von Ladetechnik und -infrastruktur

Noch finden die meisten Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Je mehr Elektrofahrzeuge aber auf den Straßen unterwegs sind, desto mehr öffentliche Ladepunkte werden in Zukunft benötigt. Zum 1. April 2022 sind der Bundesnetzagentur für Deutschland 50.203 Normalladepunkte und 8.723 Schnellladepunkte in Betrieb gemeldet worden. Europaweit verfügt das Virta-Netzwerk über 200.000 öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Es kann davon ausgegangen werden, dass bis 2025 1,3 Millionen und bis 2030 2,9 Millionen öffentliche Stationen zum Laden von Elektroautos zur Verfügung stehen werden. 

DE - Global EV market - Anzahl Ladepunkte Städte

DE - Global EV market - Anzahl Ladepunkte per Bundesland

Quelle: Bundesnetzagentur


Prognostizierter Bedarf an öffentlichen Ladepunkten in Deutschland bis 2030

Der Bedarf an öffentlich zugänglichen Ladepunkten wird sich laut Prognosen der Boston Consulting Group (BCG) innerhalb der nächsten zehn Jahre auf rund 400.000 Stück erhöhen, bei einem Anteil an Ultraschnellladesäulen (Leistung über 150 kW) von 12%. Den aktuellen Zielsetzungen der Bundesregierung nach ist jedoch auch diese Kapazität voraussichtlich noch zu gering angesetzt, sie projektiert einen Bedarf von 1 Million Ladepunkte bis 2030.

Deutschland Karte mit Ladepunkte Schnellladepunkte Normalladepunkte und Prognosen

>> Aktuelle Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur. 


Prognostizierter Strombedarf für das Laden von E-Autos in Deutschland bis 2030 Städte in Deutschland mit den meisten Ladesäulen

Die Bundesregierung fördert den Ausbau von Schnell- und Normalladepunkten in Deutschland mit 300 Millionen Euro. Bis 2030 sollen es eine Million Ladestationen landesweit sein. Zusätzlich wurden – auf Grundlage des Schnellladegesetzes, das den Bundestag am 20. Mai 2021 passiert hat – 1000 Schnellladepunkte europaweit ausgeschrieben. An einem Schnelladepunkt kann die Batterie eines E-Fahrzeugs in rund 20 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden. 

Im Mai 2021 hatte die Bundesregierung zudem eine Novellierung der Ladesäulenverordnung zur Vereinfachung der Bezahlvorgänge an öffentlichen Ladesäulen auf den Weg gebracht hat. Betreiber dieser Charge Points müssen ab Juli 2023 demnach beim Ad-hoc-Laden eine kontaktlose Zahlung per Debit-/Kreditkarte ermöglichen. 

Boston Consulting Group sagt für 2030 außerdem ein Umsatzpotential für den Stromverkauf an privaten oder öffentlichen Ladesäulen in Höhe von rund sieben Milliarden Euro bei einem geschätzten Strombedarf von 1TWh voraus (derzeit rund 300 bis 500 Millionen Euro).

DE - Global EV market - Erlöse aus Stromverkauf2

Quelle: Boston Consulting Group

 

Intelligente E Ladelösungen: Schnell(er)laden wird zur Norm.

Schnellladestationen machen längere Fahrten angenehmer und ermuntern all diejenigen, ein Elektroauto zu kaufen, die keinen Zugang zu privaten Ladestationen haben. Sie sind der effizienteste Weg, um die Reichweitenangst zu bekämpfen. Auch in Deutschland werden deshalb die bisherigen langsamen Ladegeräte zügig durch Schnell-, Schnell- und Ultra-Schnell-Ladegeräte ersetzt. Die Entwicklung hin zu intelligenten E-Ladelösungen hinkt hierzulande jedoch hinterher. Einen nennenswerten Anteil an Langsamladegeräten gibt es europaweit neben Deutschland noch in Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Spanien. 

Ein weiterer zu beobachtender Trend im Bereich der E-Mobilität ist das intelligente Laden über mit der Cloud verbundene Ladegeräte. Sowohl für Unternehmen als auch für Privatnutzer ermöglicht es mehr Komfort und Kontrolle über den Stromverbrauch. Die Vehicle-to-Grid (V2G)-Technologie schließlich ermöglicht es, den in den Batterien von Elektrofahrzeugen gespeicherten Strom in das Netz zurückzuspeisen – auf die gleiche Weise, wie stationäre Stromspeicher an das Netz angeschlossen werden. V2G-Dienste sind bereits kommerziell verfügbar und Ladegeräte, die der seit 2020 geltenden europäischen Norm für  V2G-Ladegeräte entsprechen, gibt es von einer Reihe von Herstellern. Virta gilt hier als eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der V2G-Technologie. Prognosen zufolge wird der V2G-Markt zwischen 2020 und 2024 auf über fünf Milliarden Dollar anwachsen. 

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3. Weiterentwicklung der Fahrzeug- und Ladetechnologie 

Der Anstieg der Neuzulassungen von Elektroautos führt weltweit zu einem Anstieg der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien (2019: 33 Prozent). China bleibt mit einem Anteil von über 70 Prozent an der weltweiten Produktionskapazität hier die führende Nation. In Deutschland und Europa wurde die Entwicklung anfangs verschlafen, dennoch läuft auch hierzulande die Aufholjagd, denn die Nachfrage nach Batterien übersteigt seit mehreren Jahren die europäischen Produktionskapazitäten. Neben Vorzeigeprojekten wie Tesla in Brandenburg wurde deshalb für 2020 der Bau zahlreicher neuer Batteriefabriken angekündigt

Laut BloombergNEF könnte der Anteil Europas an der weltweiten Batterieproduktion bis 2030 auf 31 Prozent steigen. Im Vergleich dazu betrug die weltweite Batterieproduktion des Kontinents im Jahr 2020 nur sieben Prozent. Vielfältige Entwicklungen bei den Batterieeigenschaften, angetrieben durch eine hohe Nachfrage nach Batterien in der Unterhaltungselektronik, werden das E-Mobility-Geschäft in mehrfacher Hinsicht befeuern. 

Zu den weiteren technologischen Fortschritten für die E-Mobility-Branche gehören Weiterentwicklungen in der Batteriechemie, Energiedichte und bei der Größe der Batteriepacks. Diese Veränderungen werden letztendlich zu massiven Kostensenkungen und erhöhter Produktionseffizienz führen. Auch Virta arbeitet permanent an weiteren technologischen Neuentwicklungen. So können sich Kunden mittlerweile etwa mit der eigenentwickelten Plug&Charge-Funktion direkt identifizieren, wenn sie ihr Fahrzeug an ein Ladegerät anschließen. Dafür sind dann keine PIN-Codes, RFID-Tags oder Kreditkarten erforderlich.

Mehrere Hersteller von Elektroautos planen derzeit, ihre Produktionskapazitäten aufgrund der verstärkten politischen Unterstützung zu erweitern. Dies ist eine gute Nachricht für den Markt insgesamt. Es bedeutet, dass das Angebot an Elektroautos mit der Nachfrage Schritt halten kann. 

 

4. Der Umweltaspekt

Insgesamt verbrauchten E-Fahrzeuge im Jahr 2020 etwa 80 Terawattstunden Strom, wovon einen großen Teil davon Zweiräder in China ausmachen. Nur etwa ein Prozent des gesamten Stromverbrauchs weltweit entfällt im Jahr 2020 auf Elektrofahrzeuge, obwohl diese bereits 4,6 Prozent der weltweiten Fahrzeugflotte ausmachen.

Im Jahr 2020 wurden durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen weltweit mehr als 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente an Treibhausgasemissionen eingespart. In der Praxis entstehen alle Emissionen von E-Fahrzeugen, anders als bei Verbrennern, während des Herstellungsprozesses. So liegt es auf der Hand, dass die öffentliche Debatte über die Umweltauswirkungen von E-Fahrzeugen und Verbrennungsmotoren zugunsten der E-Fahrzeuge ausfällt.

Zwar erhöhen E-Fahrzeuge den Stromverbrauch, dies kann sich aber in der Zukunft als Rettungsanker für die Energieversorger erweisen. Bis zu den 2040er Jahren werden Elektrofahrzeuge über 30 TWh an installierter Batteriespeicherkapazität bieten. Für die Energieversorger bedeutet dies: E-Fahrzeuge bieten eine kostengünstige Energiespeicherung, die keine Kapitalkosten und relativ geringe Betriebskosten verursacht.

 

5. Staatliche Förderungen

Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um das Ziel zu erreichen, dass bis zum Jahr 2030 auf Deutschlands Straßen bis zu zehn Millionen Fahrzeuge mit alternativem Antrieb unterwegs sind. Einfluss nimmt der Staat mit Gesetzen außerdem durch Werkzeuge wie Kaufprämie, Kraftstoffpreis, Strompreis (Anpassung der EEG-Umlage für die kommenden zwei Jahre auf 6,5 bzw. 6,0 Cent pro Kilowattstunde), Steuervorteile, durch eine Abwrackprämie oder Umweltprämie für Verbrenner sowie durch weitere Subventionen. Noch scheinen allerdings die bislang getroffenen Maßnahmen noch nicht ausreichend und es ist zu befürchten, dass das avisierte Ziel um bis zu 4,3 Millionen Fahrzeuge verfehlt wird. 

Noch ist alles offen, wie die neue Bundesregierung mit der Förderung der Elektromobilität in Zukunft verfahren wird. Laut Koalitionsvertrag soll die Kaufprämie für Elektroautos 2025 auslaufen und bis dahin schrittweise gesenkt werden. Aktuell gibt es dazu unterschiedliche Signale aus dem Verkehrsministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium. Erst kürzlich wurden Pläne aus dem Verkehrsministerium bekannt, dass mit einem Sofortprogramm Mobilität die Kaufprämie für Elektroautos deutlich angehoben werden und eine Abwrackprämie für Verbrenner eingeführt werden soll. Inwieweit sich dies als richtig herausstellt, werden die nächsten Monate zeigen. 

 

6. Die Rolle des privaten Sektors

Der Privatsektor und insbesondere die Automobilhersteller haben in erster Linie positiv auf die laufenden Veränderungen auf dem Markt reagiert. So hat sich beispielsweise Volkswagen in letzter Zeit stark für die Elektrifizierung des Automarktes eingesetzt. Viele japanische, amerikanische und europäische Hersteller folgen diesem Beispiel. Auf der anderen Seite investieren Versorgungsunternehmen und Energieversorger derzeit verstärkt in die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Auf der Flottenseite hat DHL das ehrgeizige Versprechen abgegeben, bis 2025 einen Anteil von 70 Prozent umweltfreundlicher Abholungen und Zustellungen auf der letzten Meile zu erreichen. Und DB Schenker möchte seine Transportaktivitäten in europäischen Städten bis 2030 emissionsfrei gestalten.

Maßnahmen wie diese sind für sich genommen bereits beachtenswert. Vor allem haben sie den Nebeneffekt einer Signalwirkung für den Rest des Marktes. Genau solche öffentlichen Zusagen sind es, die Wettbewerber und Interessengruppen unter Druck setzen, schneller zu handeln, als sie es sonst getan hätten.

 

7. Prognosen für den weltweiten Markt für Elektromobile

Im World Energy Outlook wurden verschiedene Szenarien veröffentlicht: Das Net Zero Emissions by 2050 Szenario, das Announced Pledges Scenario sowie das Stated Policies Scenario. Letzteres spiegelt die bereits in Kraft getretenen sowie die von Regierungen auf der ganzen Welt angekündigten politischen Rahmenbedingungen wider. Es geht davon aus, dass der weltweite Bestand an Elektrofahrzeugen (ohne Zwei- und Dreiräder) bis 2030 fast 145 Mio. Fahrzeuge erreichen und sieben Prozent der weltweiten Fahrzeugflotte ausmachen wird. Ein weiteres, noch ehrgeiziges Szenario (EV30@30) geht bis 2030 von einem Verkaufsanteil von 30 Prozent für Elektrofahrzeuge aus. 

  • Stated Policies Scenario: 145 Mio. elektrische Fahrzeuge bis 2030 oder 7 % der gesamten weltweiten Fahrzeuge.
  • EV30@30: 30 % der Fahrzeuge werden bis 2030 elektrisch unterwegs sein.

Für Europa werden die nächsten Jahre entscheidend sein, wenn der Kontinent seine Führungsposition sichern will. Virta erwartet, dass bis 2025 ein erster Meilenstein von 14 Millionen E-Fahrzeugen erreicht wird. Niedrige Prognosen gehen von 33 Millionen E-Fahrzeugen bis 2030 aus, während hohe Schätzungen 40 Millionen E-Fahrzeuge nennen, die gleichzeitig in Europa unterwegs sind. Ab 2035 dürfen 100 Prozent der in Europa verkauften Neuwagen elektrisch sein. Die jüngsten Trends scheinen zu bestätigen, dass diese Vorhersagen eintreffen werden. Für Unternehmen ist es daher jetzt an der Zeit, auf den E-Zug aufzuspringen.

Und in Deutschland?

Die Bundesregierung geht in ihrem "Masterplan Ladeinfrastruktur" aus dem Jahr 2019 von 10 Mio. zugelassenen E-Fahrzeugen bis 2030 aus. Der neue rot-grüne Koalitionsvertrag hingegen spricht bereits von 15 Mio. E-Autos bis 2030. Dieses Ziel ist sehr ambitioniert, auch weil die Zahlen keine Plug-in-Hybride mehr beinhalten. Damit die unrealistische Rechnung für Deutschland doch noch ausgeht, kann damit gerechnet werden, dass die Bundesregierung in den nächsten Jahren mit weiteren Subventionen oder Bonusprogrammen den Kauf von E-Fahrzeugen verstärkt fördern wird. 

 

8. Weitere Fahrzeugtypen 

Während es beim Thema E-Mobilität zumeist um PKW-Verkehr geht, dürfen andere Transportmittel, die allmählich umweltfreundlicher werden, nicht vernachlässigt werden. Von öffentlichen Verkehrsmitteln bis hin zu E-Scootern bis hin zur Sharing Economy: Die gesamte Transportbranche wird elektrisch. Laut dem World Energy Outlook 2021 haben mehr als 100 europäische Städte den Betrieb von E-Scootern aufgenommen. Der World Energy Outlook 2021 der Internationalen Energieagentur (International Energy Agency = IEA) zählt weltweit zu den bedeutendsten Energiemarktanalysen; die aktuelle Fassung wurde am 16. November 2021 in Berlin präsentiert.

Weltweit gibt es derzeit rund 290 Millionen elektrische Zwei- und Dreiräder; die größte Konzentration in Privatbesitz findet sich in Asien, insbesondere in China, wo 99 Prozent der Neuzulassungen zu verzeichnen sind. Auch in Europa wächst der Markt zweistellig. 

Viele LKW-Hersteller streben eine vollelektrische Zukunft an, die Zulassungen bewegen sich weltweit im niedrigen zweistelligen Bereich. Auch Elektrobusse werden ab 2020 immer beliebter, weltweit wurde 2020 ein Bestand von 600.000 gezählt. Neben China gehört Chile zu den weltweiten Vorreitern bei Elektrobusflotten und will bis 2040 den gesamten öffentlichen Nahverkehr elektrifizieren. In den Ländern der Europäischen Union sieht die Richtlinie über saubere Fahrzeuge eine öffentliche Beschaffung von Elektrobussen vor.