In a Nutshell

Diese Übersicht liefert neueste Fakten, Zahlen und Statistiken zur Elektromobilität und für den E-Automarkt in Deutschland und informiert über Trends und Prognosen für 2022 & darüber hinaus. 👇

Der weltweite Marktanteil von E-Autos (rein batteriebetriebene Fahrzeuge) hat in den letzten zehn Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht – ein Trend, der sich exponentiell fortsetzen wird. Elektroautos sollen eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung des ehrgeizigen Ziels der Klimaneutralität bis 2050 spielen. Der neueste Trend deutet darauf hin, dass die rasante Entwicklung der Elektromobilität erst richtig an Fahrt aufgenommen hat. Alle Prognosen für die Elektroautoindustrie in Deutschland deuten jedenfalls darauf hin, dass der Hochlauf der Elektromobilität erst begonnen hat.

 

1. Der E-Automarkt in Deutschland und weltweit

Verbuchten die Wachstumsraten bei E-Fahrzeugen (rein elektrische Fahrzeuge, also E-Autos und Hybride) in den 2010er-Jahren Zuwächse zwischen 46 und 69 Prozent jährlich, waren es im Jahr 2019 nur neun Prozent mehr als in 2018. Von einem Einbruch kann aber kaum die Rede sein, denn diese Rückgänge beziehen sich hauptsächlich auf die zwei großen Märkte China und USA, während Europa ein Wachstum von 44 Prozent verzeichnete. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die vielen Fördermaßnahmen für die E-Mobilität, die viele europäische Regierungen auf den Weg gebracht haben.

Auch für 2020 wurde kein großes Wachstum bei den Neuzulassungen insgesamt verzeichnet. Der Weltmarkt für alle elektrischen Fahrzeugtypen wurde in diesem Jahr durch den mit der Covid-Pandemie verbundenen wirtschaftlichen Abschwung negativ beeinflusst. Auch eine Prognose für den weltweiten Absatz von Elektrofahrzeugen war Anfang 2020 noch schwierig. Unter dem Strich war das Jahr 2020 dann allerdings trotzdem überaus positiv zu bewerten. Der globale Absatz von E-Fahrzeugen stieg um 43 % im Vergleich zu 2019 und weltweit wuchs ihr Anteil auf einen Rekordanteil von 4,6 % an.

Für die Zukunft der Elektromobilität hat auch die IEA erst kürzlich ihre Zahlen vorgelegt. Demzufolge war 2021 weltweit ein Rekordjahr für den Verkauf von E-Fahrzeugen. Auch das 1. Quartal 2022 blieb mit über 2 Mio. verkauften Einheiten weltweit außerordentlich stark (+75 % gegenüber 2020). Insgesamt waren 2021 rund 16,5 Mio. E-Autos weltweit auf den Straßen unterwegs, das ist dreimal so viel wie noch im Jahr 2018.

Die Studie der IEA (Internationale Energieagentur) hat auch weitere interessante Fakten ans Licht gebracht. So wurden 2021 weltweit pro Woche mehr Elektrofahrzeuge verkauft als das ganze Jahr 2012 (120.000 Einheiten). Im 1. Quartal 2022 wurden 75 % mehr Elektroautos verkauft als im gleichen Zeitraum 2021. In Europa ist Deutschland der größte Markt für elektrische Fahrzeuge, hier machen diese bereits ein Viertel aller Verkäufe aus. 

 

E-Mobilität-Branche nimmt weiter an Fahrt auf

Das Jahr 2021 erwies sich also trotz der negativen Folgen durch Pandemie erneut als Beschleuniger für die Entwicklung der Elektromobilität. Allein in Europa machten E-Autos und Plug-in-Hybride zwischen Januar und Juni 2021 14 Prozent der gesamten Autoverkäufe aus (gegenüber sieben Prozent in 2020 im gleichen Zeitraum). Bis Ende des Jahres wurden weltweit insgesamt 6,4 Millionen elektrische Fahrzeuge verkauft, was einer Steigerung von 98 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Weltweiter Absatz von E-Fahrzeugen

Grafik 1, Quelle: EV Volumes

 

Trend und Prognose für die Elektromobilität in Deutschland

In Deutschland gab es im Jahr 2012 nur rund 4.500 Elektroautos. Inzwischen ist ihre Anzahl nahezu explodiert. Deutschland ist nach China der größte Markt für E-Autos. 2020 wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) mehr als 194.000 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen, zuzüglich weiterer 200.000 Fahrzeuge mit anderen alternativen Antrieben (Plug-in-Hybrid, Gas- oder Wasserstoffantrieb). In 2021 hat sich der Deutsche Elektroauto-Bestand im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Dem KBA zufolge waren zum 1. Januar 2022 618.460 Elektroautos in Deutschland zugelassen. Vor einem Jahr waren es noch 309.083 Elektroautos. Ihr Bestand hat sich also verdoppelt. Die Anzahl von Plug-in-Hybriden hat sich in Deutschland ebenfalls rasant entwickelt. So waren zum Stichtag am 1. Januar 2022 auf deutschen Straßen 565.956 Plug-In-Hybride unterwegs. Ebenfalls ein Plus von 100 % gegenüber dem Vorjahr. 

Zugelassene E-Fahrzeuge Deutschland

Grafik 2, Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt

Sieht man sich die Monate des aktuellen Jahres 2022 genauer an, sind ebenfalls positive Entwicklungen bei Verkäufen von Elektrofahrzeugen in Deutschland zu erkennen.

Im Monat März 2022 lag der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen bei 14,3 Prozent und im September desselben Jahres bereits bei knapp 20 Prozent. 30 Prozent der Neuzulassungen fielen im September 2022 auf Hybride, womit 50 Prozent, also jedes zweite Neufahrzeug elektrisch war. 

Die Zahl zugelassener Fahrzeuge des KBA für das erste Halbjahr 2022 legt ebenfalls einen positiven Trend bei der Elektromobilität in Deutschland nahe. So kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 um 12,5 Prozent mehr E-Autos neu auf unsere Straßen als im selben Zeitraum des Vorjahres – und das, obwohl die Neuzulassungen generell rückläufig waren. 

Für das Jahr 2022 ist also bei E-Fahrzeugen ein deutliches Wachstum zu erwarten, trotz Krieg in der Ukraine und einer heranbahnenden Rezession. Ob die von der Bundesregierung angepeilten 15 Millionen (rein elektrisch betriebene) E-Autos damit bis zum Jahr 2030 auf unseren Straßen unterwegs sein werden, so wie im Koalitionsvertrag der Ampel festgehalten, ist zu diesem Zeitpunkt schwer einzuschätzen.

Beschleunigen könnte einen positiven Trend allerdings der diesjährige Beschluss der Europäischen Union zum EU-weite Vebrenner-Aus ab 2035. Dann sollen europaweit nämlich keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden. So soll das Ende der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen endgültig besiegelt werden. Für die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland hat das Verbrenner-Aus eine starke Signalwirkung. 

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass ein positiver Trend anhält und die Prognose für die Elektromobilität in Deutschland rosig aussieht. Zumindest bestätigen dies die Zahlen der zugelassenen Fahrzeuge. Langfristige Prognosen gestalten sich für die Elektromobilität in Deutschland zwar aufgrund der anhaltenden Lieferschwierigkeiten von wichtigen Bestandteilen für die Elektroautoindustrie wie Chips schwierig, dennoch geben positive Signale von EU und der Bundesregierung Grund zur Hoffnung, dass der steigende Absatz von E-Fahrzeugen anhalten wird. Für die nächsten Jahre ist der Boom oder der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland zumindest nicht gefährdet. 

Deloitte geht davon aus, dass Fahrzeuge mit alternativen Antrieben die bestehende Verbrennungstechnologie in Deutschland bis 2040 ersetzt haben werden. Langfristig werden also auch Hybridfahrzeuge durch solche mit reinem E-Antrieb substituiert.

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2. Laden von Elektroautos: Entwicklung von Ladetechnik und -infrastruktur

Noch finden die meisten Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Je mehr elektrische Fahrzeuge unterwegs sind, desto mehr öffentliche Ladepunkte werden in Zukunft benötigt. Zum 1. September 2022 sind der Bundesnetzagentur 57.231 Normalladepunkte und 11.044 Schnellladepunkte in Betrieb gemeldet worden. Damit verfügt Deutschland über insgesamt 68.275 öffentliche Ladepunkte. Europaweit verfügt das Virta-Roamingnetzwerk über 200.000 öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Es kann davon ausgegangen werden, dass europaweit bis 2025 1,3 Millionen und bis 2030 2,9 Millionen öffentliche Ladepunkte zum Laden von E-Autos zur Verfügung stehen werden. 

Mit Blick auf deutsche Städte zeigt sich, dass die größten Ballungszentren - wenig überraschend - ebenfalls über die größte Ladeinfrastruktur verfügen. 

Anzahl Ladepunkte Städte in Deutschland

Grafik 3, Quelle: Bundesnetzagentur

Sieht man sich die Bundesländer genauer an, wird schnell klar, dass hier vor allem die neuen Bundesländer großen Aufholbedarf haben:

DE - Global EV market - Dichte der Ladeinfrastruktur in DeutschlandAnzahl Ladepunkte per Bundesland

Grafik 4, Quelle: Bundesnetzagentur

Laut den Berechnungen der IEA ist der aktuelle Bestand an Ladeinfrastruktur jedoch nicht ausreichend. Für eine adäquate Versorgung von E-Autos werden hier etwa maximal zehn E-Fahrzeugen pro öffentlicher Ladesäule veranschlagt. In Deutschland liegt das Verhältnis aktuell bei 14 E-Fahrzeugen pro Ladestation, also klar über dem empfohlenen Wert. 

Werden die Bundesländer anhand des Wertes gegenübergestellt, wie viele E-Fahrzeuge auf jeden Ladepunkt kommen, ergibt sich ein ganz anderes Bild wie oben in Grafik 4 wiedergegeben. Hier stehen die Bundesländer im Osten weit oben im Bundesland-Ranking, allen voran Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. 

 

Bedarf an öffentlichen Ladepunkten in Deutschland bis 2030

Der Bedarf an öffentliche Ladepunkte wird sich laut Prognosen der Boston Consulting Group (BCG) innerhalb der nächsten zehn Jahre auf rund 400.000 erhöhen, bei einem Anteil an HPC (High Power Charger, Ultraschnellladesäulen mit Leistung über 150 kW) von 12 Prozent. Den aktuellen Zielsetzungen der Bundesregierung nach ist jedoch auch diese Kapazität voraussichtlich noch zu gering angesetzt, sie projektiert einen Bedarf von 1 Million Ladepunkte bis 2030.

Chargers in Germany 09.2022

Grafik 5, Quelle: Bundesnetzagentur

>> Aktuelle Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur.


Prognostizierter Strombedarf für das Laden von E-Autos in Deutschland bis 2030

Die Bundesregierung fördert den Ausbau von Schnell- und Normalladepunkten in Deutschland mit 300 Millionen Euro. Bis 2030 sollen es eine Million Ladestationen landesweit sein. Zusätzlich wurden – auf Grundlage des Schnellladegesetzes, das den Bundestag am 20. Mai 2021 passiert hat – 1000 Schnellladepunkte ausgeschrieben. An einem Schnellladepunkt kann die Batterie eines E-Autos in rund 20 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden. 

Im Mai 2021 hatte die Bundesregierung zudem eine Novellierung der Ladesäulenverordnung zur Vereinfachung der Bezahlvorgänge an öffentlichen Ladesäulen auf den Weg gebracht hat. Betreiber dieser Charge Points müssen ab Juli 2023 demnach beim Ad-hoc-Laden eine kontaktlose Zahlung per Debit-/Kreditkarte ermöglichen. Der Preis pro Kilowattstunde muss für Kunden und Kundinnen klar ersichtlich sein. 

Boston Consulting Group sagt für 2030 außerdem ein Umsatzpotenzial für den Stromverkauf an privaten oder öffentlichen Ladesäulen in Höhe von rund sieben Milliarden Euro bei einem geschätzten Strombedarf von 1 TWh voraus (derzeit rund 300 bis 500 Millionen Euro).

DE - Global EV market - Erlöse aus Stromverkauf2

Grafik 6, Quelle: Boston Consulting Group

Eine weitere Studie von Bain & Company geht bis 2030 mit europaweiten Umsätzen von 55 Milliarden Euro aus, das bedeutet eine Versiebenfachung der Umsatzzahlen von 2021.

 

Intelligente E Ladelösungen: Schnell(er) Laden wird zur Norm.

Schnellladesäulen machen längere Fahrten angenehmer und ermuntern all diejenigen, ein Elektroauto zu kaufen, die keinen Zugang zu privaten Ladestationen haben. Sie sind der effizienteste Weg, um die Reichweitenangst zu bekämpfen. Auch in Deutschland werden deshalb die bisherigen langsamen Ladegeräte zügig durch Schnell- und Ultra-Schnell-Ladegeräte ersetzt. Die Entwicklung hin zu intelligenten E-Ladelösungen hinkt hierzulande jedoch hinterher. Einen nennenswerten Anteil an Normalladegeräten gibt es europaweit neben Deutschland noch in Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Spanien. 

Ein weiterer Trend im Bereich der Elektromobilität ist das intelligente Laden mit Ladegeräten, die mit einer Cloud verbundene sind. Sowohl für Unternehmen als auch für Private ermöglichen sie mehr Komfort und Kontrolle über den Stromverbrauch. Die Vehicle-to-Grid (V2G)-Technologie ermöglicht es schließlich, den in den Batterien von Elektrofahrzeugen gespeicherten Strom in das Netz zurückzuspeisen – auf die gleiche Weise, wie stationäre Stromspeicher an das Netz angeschlossen werden. V2G-Dienste sind bereits kommerziell verfügbar und Ladegeräte, die der seit 2020 geltenden europäischen Norm für V2G-Ladegeräte entsprechen, gibt es von einer Reihe von Herstellern. Virta gilt hier als eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der V2G-Technologie. Prognosen zufolge wird der V2G-Markt zwischen 2020 und 2024 auf über fünf Milliarden Dollar anwachsen. 

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3. Weiterentwicklung der Fahrzeug- und Ladetechnologie

Der Anstieg der Neuzulassungen von Elektroautos führt weltweit zu einem Anstieg der Produktion von Lithium Ionen Batterien. China bleibt mit einem Anteil von über 70 Prozent an der weltweiten Produktionskapazität hier die führende Nation. In Deutschland und Europa wurde die Entwicklung anfangs verschlafen, dennoch läuft auch hierzulande die Aufholjagd, denn die Nachfrage nach Batterien übersteigt seit mehreren Jahren die europäischen Produktionskapazitäten. Neben Vorzeigeprojekten wie Tesla in Brandenburg wurde deshalb der Bau zahlreicher neuer Batteriefabriken angekündigt. Hier sind insbesondere Schweden (Northvolt) und Norwegen (Freyr) Vorreiter, wo bereits große Mengen an Batterien hergestellt werden können. 

Laut BloombergNEF könnte der Anteil Europas an der weltweiten Batterieproduktion bis 2030 auf 31 Prozent steigen. Im Vergleich dazu betrug die weltweite Batterieproduktion des Kontinents im Jahr 2020 nur sieben Prozent. Vielfältige Entwicklungen bei den Batterieeigenschaften, angetrieben durch eine hohe Nachfrage nach Batterien in der Unterhaltungselektronik, werden die Elektromobilität in mehrfacher Hinsicht befeuern. 

Der Bedarf an Lithium Ionen Batterien für E-Fahrzeuge ist im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 94 Prozent gestiegen, das schreibt BloombergNEF in seinem aktuellen Electric Vehicle Outlook. 

Forschung und Entwicklung arbeiten stetig an der Verbesserung von Batterien, um die Zukunft der Elektromobilität zu fördern, hier gibt es besonders technologische Fortschritte in den Bereichen:

  • Batteriechemie
  • Energiedichte
  • Batteriegröße

Diese Veränderungen werden letztendlich zu massiven Kostensenkungen und erhöhter Produktionseffizienz führen. Durch neue Technologien und Entwicklungen können Batterien so auch viel nachhaltiger hergestellt und recycelt werden. Außerdem wird sich so die Reichweite von E-Autos deutlich erhöhen.

Auch Virta arbeitet permanent an technologischen Neuentwicklungen. So können sich Kunden mittlerweile etwa mit der eigenentwickelten Plug&Charge-Funktion direkt identifizieren, wenn sie ihr Fahrzeug an ein Ladegerät anschließen. Dafür sind dann keine PIN-Codes, RFID-Tags oder Kreditkarten erforderlich.

Bei der Ladetechnologie geht der Trend weiter Richtung Schnellladen. Für viele ist das Schnellladen ein Gamechanger für den Erfolg der Elektromobilität. Auch hier wird die Technologie ständig weiterentwickelt, um ein preiswertes und effizientes Angebot zur Verfügung stellen zu können. Mehr Bedeutung gewinnt ebenfalls das HPC-Laden, also das High Power Charging mit einer Leistung ab 150 kW.   

Auch bei den Autoherstellern zeigt sich ein klarer Trend: Die Produktion von Elektroautos wird hochgeschraubt. Einige Hersteller haben sogar entschieden, in Zukunft Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor komplett aus dem Sortiment zu nehmen, so etwa Volvo ab 2030. Das ist eine gute Nachricht für den Markt insgesamt und bedeutet, dass das Angebot von Elektroautos mit der Nachfrage Schritt halten kann. 

 

 

4. Der Umweltaspekt

Weltweit verbrauchten E-Fahrzeuge im Jahr 2020 etwa 80 Terawattstunden Strom, wovon Zweiräder in China einen Großteil ausmachten. Nur etwa ein Prozent des gesamten Stromverbrauchs weltweit entfällt im Jahr 2020 auf Elektrofahrzeuge, obwohl diese bereits 4,6 Prozent der weltweiten Fahrzeugflotte ausmachen.

Im Jahr 2020 wurden durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen auf der ganzen Welt mehr als 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente an Treibhausgasemissionen eingespart. In der Praxis entstehen Emissionen bei E-Fahrzeugen - anders als bei Verbrennern - ausschließlich während des Herstellungsprozesses. So liegt es auf der Hand, dass die öffentliche Debatte über die Umweltauswirkungen von E-Fahrzeugen und Verbrennungsmotoren zugunsten der E-Fahrzeuge ausfällt.

Wir sind dieser Frage, ob die Umweltbilanz bei einem E-Auto wirklich schlechter als bei einem herkömmlichen Verbrenner ausfällt, genauer nachgegangen. Dabei haben wir herausgefunden, dass E-Autos über den gesamten Lebenszyklus hinweg um 60 Prozent weniger CO2 ausstoßen als vergleichbare Diesel oder Benziner. Schadstoffe werden überdies ausschließlich bei der Herstellung freigesetzt, also konzentriert und fernab von dicht-besiedelten Gebieten. 

E-Fahrzeuge erhöhen zwar den Stromverbrauch, dies kann sich aber in der Zukunft auch als Rettungsanker für die Energieversorger erweisen. Bis zu den 2040er-Jahren werden Elektrofahrzeuge über 30 TWh an installierter Batteriespeicherkapazität bieten. Für die Energieversorger bedeutet dies: E-Fahrzeuge bieten eine kostengünstige Möglichkeit zum Speichern von Strom, die keine Kapitalkosten und relativ geringe Betriebskosten verursacht. Dies wird insbesondere interessant bei einem wachsenden Anteil von regenerativen Energien, da diese bei der Herstellung großen Schwankungen ausgesetzt sind. Hier können Batterien zu Spitzenzeiten ausgleichend wirken, da Sie überschüssigen Strom kurzfristig aus dem Netz entnehmen und abspeichern können. Diese Technologie heißt V2G und Virta ist hier branchenweit Pionier.

 

 

5. Förderungen für E-Autos und Ladeinfrastruktur

Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, damit bis zum Jahr 2030 auf Deutschlands Straßen bis zu zehn Millionen Fahrzeuge mit alternativem Antrieb unterwegs sind. Neben neuen Gesetzen nimmt der Staat auch Werkzeuge wie Kaufprämie, Umweltbonus, Innovationsprämie, Kraftstoff- und Strompreisregulierungen in die Hand. Die EEG-Umlage soll ab 1. Januar 2023 komplett wegfallen, ein Jahr früher als vorgesehen, um angesicht stark steigender Strompreise Konsumenten und Konsumentinnen zu entlasten. Außerdem winken zahlreiche Steuervorteile, Förderungen wie Abwrackprämie für Verbrenner, Umweltbonus für E-Autos sowie weitere Subventionen. Die bislang getroffenen Maßnahmen scheinen aber noch nicht ihre volle Wirkung entfalten zu haben, denn das anvisierte Ziel von 15 Millionen E-Auto wird wohl um bis zu 4,3 Millionen Fahrzeuge verfehlt werden. 

Noch ist es offen, wie genau die neue Bundesregierung mit der Förderung der Elektromobilität in Zukunft verfahren wird. Laut Koalitionsvertrag soll die Kaufprämie für Elektroautos 2025 auslaufen und bis dahin schrittweise gesenkt werden. Die zusätzlich durch das Corona-Konjunkturpaket gewährte Innovationsprämie, die den Bundesanteil am Umweltbonus bisher verdoppelt hat, läuft Ende 2022 bereits aus.

Durch den Wegfall der Innovationsprämie reduzieren sich ab 1. Januar 2023 staatliche Förderungen für den Neukauf von E-Autos zwischen 25 und 40 Prozent, je nach Kaufpreise. Eine Förderung für Hybride wird es dann keine mehr geben und ab 1. September 2023 sollen die Förderungen nur mehr auf Private beschränkt werden, sprich gewerbliche Fahrzeuge werden komplett von der Förderliste gestrichen. In den nächsten Jahren wird der Umweltbonus dann schrittweise reduziert werden und ab 2025 auslaufen. Alle Infos zur Überarbeiteten Förderung für E-Autos ab 2023 haben wir hier zusammengefasst.

Wer noch von einer vollen Förderung für E-Autos profitieren möchte, sollte sein Fahrzeug noch in 2022 zulassen (es gilt nicht das Kaufdatum). In den kommenden Jahren werden Förderungen vom Staat für die Elektromobilität aller voraussicht nach Schritt für Schritt zurückgeschraubt werden. Durch die geopolitische Lage in Europa und die steigenden Preise für Energie, Benzin und Diesel müssen auch weniger staatlichen Anreize für den Umstieg auf das E-Auto geschaffen werden. 

Alle Infos zur Förderung für E-Auto, öffentliche und private Ladesäulen, den elektrischen Dienstwagen und betrieblichen Fuhrpark, Steuervorteile für privat und gewerblich genutzte E-Autos sowie zur THG-Quote haben wir für hier zusammengefasst.

Virta CO2 Cashback für Ihre E-Autos  THG-Quote für Ihre Ladesäulen

 

 

6. Die Rolle des privaten Sektors

Der Privatsektor und insbesondere die Automobilhersteller haben in erster Linie positiv auf die laufenden Veränderungen auf dem Markt reagiert. So hat sich beispielsweise Volkswagen in letzter Zeit stark für die Elektrifizierung des Automarktes eingesetzt. Viele japanische, amerikanische und europäische Hersteller folgen diesem Beispiel. Auf der anderen Seite investieren Versorgungsunternehmen und Energieversorger derzeit verstärkt in die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Bezüglich Fahrzeug-Flotten hat DHL das ehrgeizige Versprechen abgegeben, bis 2025 einen Anteil von 70 Prozent umweltfreundlicher Abholungen und Zustellungen auf dem letzten Kilometer zu erreichen. Und DB Schenker möchte seine Transportaktivitäten in europäischen Städten bis 2030 emissionsfrei gestalten.

Maßnahmen wie diese sind für sich genommen bereits beachtenswert. Vor allem sind sie eine Signalwirkung für den Rest des Marktes. Solche öffentlichen Zusagen sind es, die Wettbewerber und Interessengruppen unter Druck setzen, schneller zu handeln, als sie es unter normalen Umständen getan hätten.

 

 

7. Prognosen für den weltweiten Markt für E-Fahrzeuge

Im World Energy Outlook der IEA wurden verschiedene Szenarien veröffentlicht: Das Net Zero Emissions by 2050 Szenario, das Announced Pledges Scenario sowie das Stated Policies Scenario. Letzteres spiegelt die bereits in Kraft getretenen sowie die von Regierungen auf der ganzen Welt angekündigten politischen Rahmenbedingungen wider. Es geht davon aus, dass der weltweite Bestand an Elektrofahrzeugen (ohne Zwei- und Dreiräder) bis 2030 fast 145 Mio. Fahrzeuge erreichen und sieben Prozent der weltweiten Fahrzeugflotte ausmachen wird. Ein weiteres, noch ehrgeiziges Szenario (EV30@30) geht bis 2030 von einem Verkaufsanteil der Elektrofahrzeuge von 30 Prozent aus. 

  • Stated Policies Scenario: 145 Mio. elektrische Fahrzeuge bis 2030 oder 7 % der gesamten weltweiten Fahrzeuge.
  • EV30@30: 30 % der Fahrzeuge werden bis 2030 elektrisch unterwegs sein.

Für Europa werden die nächsten Jahre entscheidend sein, wenn der Kontinent seine Führungsposition sichern will. Virta erwartet, dass bis 2025 ein erster Meilenstein von 14 Millionen E-Fahrzeugen erreicht wird. Niedrige Prognosen sagen 33 Millionen elektrische Fahrzeuge bis 2030 voraus, während hohe Schätzungen 40 Millionen Elektrofahrzeuge in Europa voraussagen. Ab 2035 sind 100 Prozent der in Europa verkauften Neuwagen elektrisch sein, so wurde es zumindest von EU erst kürzlich beschlossen. Für Unternehmen ist es daher jetzt an der Zeit, auf den E-Zug aufzuspringen.

 

Prognose für die Elektromobilität in Deutschland

Die Bundesregierung geht in ihrem "Masterplan Ladeinfrastruktur" aus dem Jahr 2019 von 10 Mio. zugelassenen elektrischen Fahrzeugen bis 2030 aus. Der neue rot-grüne Koalitionsvertrag hingegen spricht bereits von 15 Mio. (rein elektrischen) E-Autos bis 2030. Dieses Ziel ist sehr ambitioniert, auch weil sie keine Plug-in-Hybride mehr beinhaltet. Aktuell ist es sehr fraglich, ob dieses Ziel bei dem aktuellen Tempo überhaupt erreicht werden kann, auch unter dem Aspekt, dass Preise für E-Fahrzeuge noch deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen und die bisherigen staatlichen Förderungen in den kommenden Jahren immer weniger werden. Eine Prognose für den Markt der E-Fahrzeuge hängt von vielen Faktoren ab, allem voran von der Preisentwicklung. Hier wird vieles davon abhängen, ob die Preisparität mit Verbrennern in naher Zukunft erreicht werden kann. 

 

 

8. Weitere Fahrzeugtypen

Während es beim Thema Elektromobilität zumeist um PKW-Verkehr geht, dürfen andere Transportmittel, die allmählich umweltfreundlicher werden, nicht vernachlässigt werden. Von öffentlichen Verkehrsmitteln bis hin zu E-Scootern und Sharing Economy: Die gesamte Transportbranche wird elektrisch. Laut dem World Energy Outlook 2021 haben mehr als 100 europäische Städte den Betrieb von E-Scootern aufgenommen. Der World Energy Outlook 2021 der Internationalen Energieagentur (International Energy Agency = IEA) zählt weltweit zu den bedeutendsten Energiemarktanalysen; die aktuelle Fassung wurde am 16. November 2021 in Berlin präsentiert.

Weltweit gibt es derzeit rund 290 Millionen elektrische Zwei- und Dreiräder; die größte Konzentration in Privatbesitz findet sich in Asien, insbesondere in China, wo 99 Prozent der Neuzulassungen zu verzeichnen sind. Auch in Europa wächst der Markt zweistellig. 

Viele LKW-Hersteller streben eine vollelektrische Zukunft an, die Zuwächse bei den Zulassungen bewegen sich hier weltweit im niedrigen zweistelligen Prozentbereich für das Jahr 2020. Die Elektrifizierung von LKW ist daher besonders wichtig, da sie zwar nur 10 Prozent aller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ausmachen, aber für 70 Prozent ihrer CO2-Emissionen verantwortlich sind. 

Auch Elektrobusse wurden ab 2020 immer beliebter, weltweit lag ihr Bestand 2020 bei etwa 600.000. Neben China gehört Chile zu den weltweiten Vorreitern bei Elektrobusflotten und will bis 2040 den gesamten öffentlichen Nahverkehr elektrifizieren. In den Ländern der Europäischen Union sieht das Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge die öffentliche Beschaffung von Elektrobussen vor.